Surf 'n Turf am Pazifik - Auszeit in Costa Rica

Aktualisiert: 6. Feb.

Die Pandemie im Jahr 2020 machte es für uns möglich - wir entflohen mit der ganzen Familie dem deutschen Winter. Für fünf Monate siedelten wir ins Naturparadies Costa Rica über. Ganz ohne bürokratische Hürden ging es natürlich nicht.


Costa Rica war nie wirklich auf meiner Bucket List, da wir aber Familie dort haben die uns netterweise à la 'mi casa es su casa'-Manier ihr Strandhaus anboten war der Entschluss schnell gefasst. Home Office, Home Schooling - home sollte neu definiert werden. Mit unseren Arbeitgebern lief alles relativ reibungslos - einmal Sabbatical für meinen Mann, ich musste nur ein paar Hürden mit der Personalabteilung umschiffen und sollte dann von dort aus tätig sein - der globalen Unternehmensstruktur sei Dank. Die Schulen waren dann allerdings eine andere Nummer. Während die Lehrer dem Ganzen sehr entspannt gegenüber standen geht es den Schulleitern hierzulande eher darum, keine Präzedenzfälle zu schaffen. Nun gut, man wächst an seinen Aufgaben und Google hat für alles eine Lösung. Mein Mann und die Kinder haben schließlich kurzerhand ihren Wohnsitz in Deutschland aufgegeben und schon war die Schulpflicht eben keine Pflicht mehr.


Im November 2020 zitterten wir dann noch der Grenzöffnung entgegen und saßen dann mit gerade mal drei Koffern im Flugzeug Richtung San José.


Die Playa Herradura - unser Zuhause im Winter 2020


Die zentrale Pazifikküste könnte abwechslungsreicher nicht sein. Dieser Beitrag wird wohl einer der längeren auf dieser Seite - zum einen aufgrund der Dauer des Aufenthalts aber zum anderen weil es unglaublich viel zu entdecken gibt - weiße Traumstrände, ganzjährig warme Wassertemperaturen, Surfstrände für jeden Leistungslevel, Wildtiere im Regenwald (und auch am Strand....) und zu guter Letzt die Ticos, wie sich die Einwohner nennen, die niemals auch nur im Ansatz gestresst sind. Pura Vida ist nicht nur die gängige Begrüßung hier - es ist auch das Lebensmotto.


Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Pazifikküste Costa Ricas, von Uvita im Süden bis hoch in die Region Guanacaste mit der Halbinsel Nicoya. Weitere Beiträge zur Karibikküste und den Vulkanen und Nebelwäldern im Hochland sind am Ende dieses Beitrags verlinkt.


Das Jahr teilt sich in Costa Rica in zwei Jahreszeiten - die Trockenzeit von November bis Mai und die Regenzeit von Juni bis Oktober. Da wir allerdings über den Regenwald sprechen regnet es auch in der Trockenzeit, nur eben nicht so ausdauernd. Bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 30 Grad waren die kurzen Schauer aber immer willkommen!


Die Top 5 Strände am Pazifik


Mit zwei Küsten ist Costa Rica reich beschenkt was Traumstrände angeht, und es ist tatsächlich für jeden Geschmack etwas dabei. Als großer Fan von weißen Puderzucker-Stränden haben mich hier aber die dunkleren Strände begeistert. Man fühlt sich schon ein bisschen wie Christopher Columbus an den endlosen, menschenleeren Stränden mit der Brandung vor den Füßen und dem dichten Regenwald im Rücken. Dazu ein lebendiges Gewusel der Leguane und Einsiedlerkrebse im Sand und der Affen und Papageien in den Bäumen. Langweilig wird es hier nie! Costa Rica hat schon früh auf Naturschutz gesetzt und sich gegen Massen-Tourismus entschieden, und das spürt man. Bis heute dürfen Strände nicht bebaut werden.


1. Manuel Antonio



Der beliebteste Nationalpark des Landes ist für mich trotzdem die Nummer eins. Während der Pandemie trafen wir hier keine Menschenmassen an, in den Hochzeiten sieht es hier wahrscheinlich anders aus. Die Kombination aus Regenwald und den Wildtieren, die man von den Wegen aus beobachten kann und den beiden weißen Stränden vor türkisblauen Buchten ist schon beeindruckend. Es lohnt sich durchaus, eine Führung durch einen Ranger zu buchen. Diese kennen die Aufenthaltsorte der Faultiere, Affen und anderer Tiere genau und man sieht doch wesentlich mehr als wenn man auf eigene Faust loszieht.

Nervig sind die vielen Parkplatzeinweiser auf dem Weg zum Eingang, die sich für Ranger des Parks ausgeben und die ankommenden Touristen viel zu früh auf ihre Parkplätze (natürlich gegen Entgeld) lotsen möchten. Man fährt am besten Richtung Eingang bis man die Verkaufsstände mit den bunten Sarongs sieht, dann stehen die echten Ranger bereit. Tickets bucht man vorab, die Parkplatzgebühren (5.000 Colones - ca. 7 EUR) kommen dann vor Ort noch hinzu. Umständlich aber nachvollziehbar: es dürfen nur Getränke mit in den Park genommen werden, Strandstühle, Schirme und Speisen müssen draußen bleiben. Es empfiehlt sich also möglichst früh hierher zu kommen um einen Schattenplatz unter einer der Palmen zu ergattern. Dazu kommt, dass der Park um 16 Uhr schließt und man gegen 15.30 den Rückweg zum Eingang antreten sollte. Vom Verzehr von Speisen sollte man wegen der Affen Abstand nehmen, so schnell kann man kaum in seine Tortilla beißen da ist sie auch schon weg! Das gilt übrigens auch für Kameras oder bunte kleine Taschen, die sollte man besser gut im Auge behalten.


Nach einem langen Tag im Park sollte man auf die Restaurants rund um den Parkeingang verzichten und eine 10-minütige Fahrt in Kauf nehmen, um im El Wagon gut und günstig zu Abend zu essen. Man sitzt auf einer Terarsse mitten im Regenwald und kann die vorbeikletternden Affen bei einer kalten, frischen Limonada beobachten - gibt es einen besseren Ausklang?

Tropische Traumstrände - Pura Vida! Leguane, einen Faultiermama mit Baby und ein Kapuzineräffchen - in Manuel Antonio trifft man sie alle.


2. Playa Azúcar (Sugar Beach)


Der Name verrät eigentlich alles - puderzuckerfeiner weißer Sand am nördlichen Pazifik, im Trockenwald von Guanacaste. Die Region hier unterscheidet sich wesentlich vom Zentralpazifik - weniger dichter Regenwald aber viele weiße Strände. Das Wasser ist hier oben etwas kälter, dafür aber auch erfrischender! Die Playa Azúcar ist ein Geheimtipp, man findet vor allem Einheimische. Die Gezeiten sollte man vorher checken, bei Flut ist der Strand nämlich weg. Zu finden ist der Strand über die Waze App, oder man fährt von Portrero aus nach Norden Richtung Las Catalinas und hält nach der Aussichtsbucht auf der linken Seite Ausschau nach dem Schild des gleichnamigen Hotels. Dann am Straßenrand parken, Wertsachen mitnehmen (!) und querfeldein Richtung Wasser laufen.


Der kurze Weg durch's Hinterland lohnt sich - Postkartenstrand vor türkiser Kulisse; unaufdringliche Verkäufer kommen regelmäßig mit gekühlten Kokosnüssen vorbei


3. Playa Conchal


Der nächste weiße Strand verdankt seine Farbe den Millionen feiner Muschelschalen, die den Bodenbelag hier ausmachen. Die Schalen sind aber so fein, dass man sorglos barfuß unterwegs sein kann. Das Wasser ist kristallklar, Schnorchel und Taucherbrille sollte man im Gepäck haben! Die Anreise ist auch hier nicht ganz so einfach. Der Strand liegt im südlichen Teil der Halbinsel Nicoya, nahe Brasilito. Es gibt keinen direkten Parkplatz, man parkt am Strand in Brasilito und läuft dann weiter in südliche Richtung. Schon bald sieht man Helfer mit Handkarren, die gegen ein paar Colones das Gepäck wenn nötig über einen Hügel zum Playa Conchal schaffen. Am Strand selbst kann man dann ein Pavillion mit Strandstühlen mieten und sich Piña Coladas in frischer Ananas servieren lassen oder einen Happen von einer der vielen Barbecues genehmigen. Die Atmosphäre hier ist gechillt, auch wenn dieser Strand aufgrund seiner Bekanntheit recht voll ist.


Seestern und -igel, ein idealer Schnorchelspot wegen des kristallklaren Wassers - Playa Conchal


3. Playa Herradura


Unser "Hausstrand" hat natürlich sowieso einen Platz in unseren Herzen, aber er ist auch einzigartige in vielerlei Hinsicht. Zum einen liegt er in einer Bucht, das heißt er eignet sich hervorragend zum Schwimmen oder Paddeln. Je nach Gezeitenlage kommen hier aber auch kräftige Wellen auf, so dass immer für Abwechslung gesorgt ist. Angst vor Rip-Strömungen muss man aber keine haben. So kann man entweder in der Hängematte baumeln und den Segelbooten am Horizont zusehen, oder man floatet neben den Pelikanen im warmen Wasser und schaut den Papageien am Strand beim Mandelspalten zu. Vom Wasser aus ist dies auch spaßiger als am Strand, da die schönen aber frechen Aras auch gern Menschen mit den Schalenresten bewerfen!


Aras sieht und hört man regelmäßig in den Mandelbäumen der Playa Herradura


An Wochentagen ist man hier meist für sich, gegen die Mittagszeit kommt die ein oder andere Tico-Familie und nimmt ihr Mittagessen an einem der Pick-Nick Tische zu sich. Gegen Abend zum Sonnenuntergang wird es dann voller und die Hängematten zwischen den Palmen oder Mandelbäumen mehren sich. Ganz anders ist die Atmosphäre am Wochenende, wenn zahlreiche Tico-Familien aus dem ganzen Land herbei strömen und bei (teils lauter) Musik am Strand chillen und grillen. Beide Varianten sind ein Erlebnis! Für 1.000 Colones (1,30 EUR) wird das Auto bewacht und man bekommt noch sauberes Wasser, um die Füße vor dem Einsteigen zu waschen. Am Strand entlang verläuft eine Straße, dahinter reihen sich ein paar Restaurants und ein SUP- und Kajak-Verleih. Wird es am Strand zu voll, schnappt man sich ein SUP-Board und paddelt durch die ankernden Boote zu einer kleinen Bucht südlich vor den Felsen am Ende des Strandes. Neben den Köstlichkeiten der Strandverkäufer kann ich das Restaurant El Pelicano direkt am Strand wärmstens empfehlen. Das Lokal hat sich auf Fischgerichte spezialisiert und bietet diese neben anderen lokalen Gerichten zum top Preis-Leistungs-Verhältnis.


Neben dem Strand liegt die Marina Los Sueños mit schicken Yachten und den passenden Restaurants. Auch einen Besuch wert, aber vor allem praktisch weil hier die Ausflugsboote ablegen und Segelkurse für jung und alt stattfinden, aber dazu später mehr.


Natur pur - bei Ebbe ist der Strand doppelt so breit


Sonnenuntergänge sind hier spektakulär - je nach Jahreszeit leuchtet der Horizont in strahlendem orange bis hin zu lila und pinken Tönen. Wenn Ebbe herrscht, spiegelt sich das Farbspiel im nassen Sand bis die Sonne schließlich im Meer versinkt. Selbst dann bleibt das Meer angenehm warm und man hat so seine Mühe, die Kinder vor der völligen Dunkelheit aus dem Wasser zu bekommen.




4. Punta Leona


Punta Leona ist eigentlich ein privater Club in dem sich am Wochenende die San Joséfiños treffen. Als Nicht-Mitglied hat man drei Möglichkeiten in den Genuss dieses Strandes zu kommen: man übernachtet in einem Ferienhäuser und erhält so Zugang zum Strand, man kauft sich online ein Tagesticket falls noch verfügbar oder man fährt zur Playa Manta und überquert einen kleinen Hügel um nach Punta Leona zu kommen. Das ist auch nicht illegal, da die Strände in Costa Rica allen zugänglich sein müssen. Die Playa Manta findet man wenn man vor dem auffälligen Portal mit den Schranken zu Punta Leona links in den Schotterweg abbiegt, diesem bis zum Ende folgt wo man einen Parkplatz findet. Hier ist direkt die Playa Manta. Läuft man nun am Strand entlang nach links Richtung Felsvorsprung findet man einen schmalen Trampelpfad über die Steine und auf der anderen Seite befindet sich der Strand von Punta Leona.


Im Oktober und November lassen sich an der wunderschönen Punta Leona die Wale in der Ferne beobachten


5. Playa Hermosa


Die Playa Hermosa ist der Treff der Surfer. Wegen Rückströmungen ist der Strand nicht zum Schwimmen geeignet, er ist aber so herrlich naturbelassen dass der Besuch dennoch lohnenswert ist. Kilometerlang erstreckt er sich mit wenigen Surf-Hostels im nördlichen Teil, je weiter man Richtung Süden am Strand entlang läuft desto einsamer wird es. Nach dem Spaziergang setzt man sich in eine der Strandbars und schaut den Surf-Profis zu.



Abseits der Touristenpfade - per Boot, JetSki oder SUP kleine Buchten erobern


Man kann von San José aus an der Küstenstraße gen Süden folgen und per Beach Hopping die ganze Küste kennenlernen. Alternativ kann man von Herradura aus JetSki-Ausflüge buchen oder SUPs mieten und auf eigene Faust die nächsten Buchten ansteuern. Etwas teurer ist es, ein Segel- oder Motorboot zu mieten - mit oder ohne Skipper - aber so kann man gleich mehrere Buchten ansteuern. Kontakt zu Vermietern findet man in der Marina Los Sueños oder beim Segelclub La Fregata.



Isla Tortuga und Playa Fantasia


Wesentlich touristischer geht es auf den organisierten Katamaran-Ausflügen nach Isla Tortuga oder Playa Fantasia zu. Tortuga ist das bekanntere Ziel, und Spaß macht es hier auf jeden Fall wenn man nicht unbedingt die Einsamkeit sucht. Anbieter für Ausflüge gibt es viele, wir haben bei Costa Cat gebucht - der Katamaran legt in der Marina ab und nach einer Stunde Überfahrt mit leichten Snacks erreicht man schon den weißen Strand. Liegen und Schirme sind vorhanden, Sanitäranlagen auch. Dann kann man sich mit dem Banana-Boat durch das türkisblaue Wasser ziehen lassen, eine Wandertour zu einem Aussichtspunkt auf der Insel unternehmen oder sich per Boot zu einem Schnorchelspot fahren lassen. Wir hatten gute Sicht (das hängt natürlich von den tagesaktuellen Bedingungen ab wie überall) und konnten neben tropischen Fischschwärmen auch Seesterne, Seeigel und Oktopusse sehen. Mittags gibt es ein leckeres Buffet, und wer möchte kann sich gegen Gebühr noch JetSkis leihen - wenn man den Strand verlassen hat dürfen hier auch die Kids mal ans Steuer.

Die Playa Fantasia ist weniger überlaufen, das Programm aber ähnlich. Hier gibt es allerdings keine installierte Infrastruktur (Sanitäranlagen, Liegen, Bar) - das bedeutet der Veranstalter bringt alles mit, und nimmt an Ende auch wieder alles mit zurück. Wir waren einmal mit Playa Fantasia Costa Rica dort (Sunset Tour - sehr zu empfehlen!) und einmal auf eigene Faust mit einem Katamaran. Wer möchte kann die Tour auch per JetSki buchen, sicher auch ein Erlebnis. Playa Fantasia hat definitiv seinen Charm, aber der Hype um die Isla Tortuga ist natürlich nicht ohne Grund entstanden - sie ist einfach wunderschön! Trotz des Tourismus-Charakter herrscht die typisch entspannte, costaricanische Atmosphäre - Pura Vida eben.


Das Gebiet um die Isla Tortuga


Geheimtipp Wasserfall-Jumping


Achtung Geheimtipp! Ein ganz besonderes Erlebnis verbirgt sich im Hinterland von Parrita, einer kleinen Küstenstadt zwischen Jacó und Quepos. Nach einem kurzen Marsch durch den Regenwald (und durch einen Fluss - Achtung Schuhwerk) findet man einen Wasserfall über "drei Etagen". Man kann an der Seite nach oben klettern, es ist allerdings rutschig und steil. Ein Drahtseil zum Festhalten ist netterweise gespannt. Der Aufstieg lohnt sich jedoch, denn erstmal oben angekommen kann man in Indiana Jones Manier von jeder Etage nach unten in ein kleines Becken springen - und das Wasser ist auch noch angenehme warm. Es gibt keine geführten Veranstaltungen hierher, und keine Adresse. Hier ist die Google Maps Location: 9.616112464931671, -84.330565393522. Man fährt die Küstenstraße südlich bis Parrita, und biegt links in eine Schotterstraße ab. Nach ein paar Kilometern kommt man links an einem kleinen Supermarkt vorbei - hier kann man sich noch mit Snacks versorgen. Am Ende geht es etwas kurvig und steil nach oben, bis man ein kleines Haus erreicht; nebenan kann man gegen eine kleine Gebühr auf der Wiese parken - ein SUV lohnt sich auch hier! Dann geht es querfeldein, ein kleines Holzschild weist den Weg. Eigentlich geht es immer den Fluss entlang, bis man ihn queren muss, und dann hört man auch schon den Wasserfall. Die Einheimischen kennen diesen Ort auf jeden Fall, einfach nach den "Pilas de Parrita" fragen - es lohnt sich!


Der einzige Wegweiser, dann geht es querfeldein bis man das Wasser hört


Großer Spaß für junge und ältere Abenteurer


Surfen für Anfänger


Als hätte Costa Rica nicht schon genug zu bieten - es ist auch noch ein weltklasse Surfgebiet. Die Küste ab Herradura steigt im Schwierigkeitslevel kontinuierlich an - es ist für jeden etwas dabei. Playa Herradura ist meist sanft, ab und an kommen aber ordentlichen Wellen auf und dann haben Kids auf Bodyboards hier großen Spaß. Am langen, geraden Strand nebenan - Jacó - trifft sich die Surf-Szene - in den Surfschulen am Strand, in den Surf Hostels und nach Einbruch der Dunkelheit beim Surfer Nightlife. Hier finden Anfänger ideale Bedingungen - von kleinen Wellen am südlichen Ende die in nördliche Richtung immer anspruchsvoller werden. Die Trainer sind auf Anfänger eingestellt, geben dem Board zum richtigen Zeitpunkt ordentlich Schwung und so kommt (fast) jeder Anfänger nach zwei Stunden stehend auf dem Brett ans Ufer. Ein tolles Hostel ist das Selina, die zugehörige Surfschule hat hier auch eine Anlaufstelle. Es liegt direkt am Strand mit Pool, Bar und Volleyball-Netz.

Die Profis findet man wiederum einen Strand weiter, an der recht verlassenen Playa Hermosa (siehe oben). Hier brechen die Wellen in tosendem Lärm und Schürfwunden werden von den Surfern in Kauf genommen. Freitags und Samstags finden Wettkämpfe statt - spannendes Entertainment von den Terrassen der Strandbars!


Surfstunden finden meist am frühen morgen oder am späten Nachmittag statt, je nach Wellenlage

Surf-Training in Jacó


Tauchen in Caño Island


Costa Rica bietet einige Tauchspots mit guter Sicht, direkt von Manuel Antonio aus oder aber man bucht einen Tauchgang ab Uvita bzw. dem Marino Ballena Nationalpark und fährt eine gute Stunde bis Caño Island. Das Bioreservat ist seit 1978 geschützt und es werden nur begrenzt Touristen zugelassen. Das macht sich durchaus bemerkbar, die Unterwasserwelt ist farbenfroh und vor allem der Devil's Rock ist einfach nur faszinierend. Die Strömung war sanft (wir haben unsere PADI Ausbildung dort abgeschlossen), so dass wir riesige Schulen tropischer Fische durchtauchen und in aller Ruhe Rochen, Oktopusse, Muränen, Langusten und Meeresschildkröten beobachten konnten. Das Highlight waren die Weißspitzenriffhaie, die gechillt am Boden lagen und uns interessiert beäugten als wir mit geringem aber respektvollem Abstand über sie hinweg tauchten. Einer der top Tauchspots der Welt gehört auch zu Costa Rica - die Kokosinsel. Allerdings ist das fast ein Urlaub in sich, mit 36-stündiger Anfahrt per Boot. Aufgrund des geschützten Status gibt es auch dort keine Unterkünfte an Land. Wer die Mühen nicht scheut wird aber wohl reich belohnt.




Im Regenwald - zu Land und in der Luft


Der Regenwald durchzieht das Land, und es gibt für mich kaum etwas geheimnisvolleres. Es gibt viele Möglichkeiten der Flora und Fauna in Costa Rica nahe zu kommen, am einfachsten ist es natürlich einfach drauf los zu laufen. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten viel Spaß im satten grün zu haben. Angeblich gibt es hier die längsten Ziplines der Welt (konnten wir bisher aber nicht verifizieren). Fakt ist, dass die Perspektive per Drahtseil durch die Baumkronen zu jagen einzigartig ist. Anbieter gibt es überall, in Herradura ist der bekannteste und von uns für gut befundene der Los Sueños Adventure Park. Per Traktor fährt man gute 20 Minuten bergauf, wird oben in die Drahtseilbahn eingehakt und dann geht es über 15 Plattformen rauschen durch den Regenwald nach unten! Klettern muss man hier nicht.

Alternativ kann man hier oder dirket in Jacó bei AXR Tours. Letztere bieten längere Touren in den Regenwald und haben eine sehr gepflegte und hochwertige Ausstattung - und das ist nicht überall so. Mit Kindern kann man 2-Sitzer buchen, und sobald man die Straßen hinter sich gelassen hat dürfen auch die Kleinen mal ans Steuer - wenn Papa oder Mama auf dem Rücksitz mutig genug sind...




Costa Rica kulinarisch


Reis und Bohnen - das sind die Grundzutaten der typischen Mahlzeiten. Gallo Pinto gibt es zum Frühstück - schwarze oder rote Bohnen mit Reis vermischt, dazu gebratene Eier, Kochbananen (Platanos) und frisches Obst. Wer möchte kann dazu eine Tortilla bestellen, wahlweise auch mit Käse gefüllt. Mittags gibt es den Reis von den Bohnen getrennt, dazu ein Stück Fleisch oder Fisch und etwas Salat - dann nennt sich das Ganze Casado. Abends fallen die Mahlzeiten eher klein aus, z.B. in Form einer Ceviche - in Zitronensaft eingelegte Fisch- und Meeresfrüchtestücke mit Koriander, Zwiebel und Tomaten. Gesünder geht es kaum!

Gallo Pinto und Casado sollte man auf jeden Fall probiert haben, sehr speziell und sehr lecker! Natürlich findet man schon wegen des Einflusses aus den USA überall auch Burger, Pizza und Pommes wenn man dann doch mal genug von den Bohnen hat.


Limonada con hierbabuena - frische Zitronenlimonade mit Minze, Casado con Pollo (Casado mit Hühnchen), Avocado gibt es immer und überall


Abschließend kann ich nur sagen dass dieses Land uns in seinen Bann gezogen hat, und wir kehren sicher zurück. Die Mentalität der Menschen und der Reichtum an Natur hat uns tief beeindruckt - ein bisschen Pura Vida werden wir uns hoffentlich erhalten!




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