Auf den Spuren der Maya - Mexiko und Guatemala

Aktualisiert: 13. Feb.

Auf der Suche nach dem perfekten Mix aus Strandleben abseits der Hotelanlagen und dem Eintauchen in eine antike Kultur begaben wir uns auf einem Roadtrip durch drei Länder in Mittelamerika. Wir hatten in den vergangen Jahren schon vieles über die Maya gehört, und nun ging es los. Wir starten mit einem günstigen Pauschalflug Richtung Cancún in Mexiko. Die Reise sollte uns weiter in den Süden nach Belize und auf eine kleine Insel mitten im Ozean führen, und schließlich nach Guatemala in die größte Ruinenstadt der Maya - beide Abstecher sind auch in separaten Beiträgen ausführlich beschrieben.


Maya Ruinen in Tulum



Viel Sonne, Kokonüsse und die Gaumenfreuden der mexikanischen Küche erwarteten uns zunächst an der Playa del Carmen. Wir gingen den Trip gemächlich an und quartierten uns für volle 5 Nächte in einem Bungalow im Mahekal Beach Resort ein. Die Anlage ist gepflegt und bewacht, so dass die Kids sich frei zwischen den vier Pools und dem Strand bewegen konnten. Die Taxifahrt vom Flughafen habe ich über CancunCab vorab gebucht, somit spart man sich die teureren Hoteltransfers und auch die Taxis vor Ort sind meist teurer. Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir dann das Resort und bezogen unser Bungalow.

Für den perfekten Start in den Tag sorgte das Frühstück mit frischen Tortillas und gepressten Säften - den weißen Sandstrand und das türkisblaue Meer schon im Blick. Der größte Pool lag direkt davor, so dass die Kids beschäftigt waren während die alten Herren ihren dritten Kaffee genossen. Wir waren im Sommer dort, das heißt es gingen einmal am Tag kräftige Regenschauer darnieder. Bei den warmen Temperaturen störte das aber nicht - ganz im Gegenteil - auf der überdachten Terrasse haben wir in unseren Hängematten im Regengeprassel gechillt unsere Romane verschlungen. Etwas nervig waren allerdings die Massen an Seegras, die täglich angespült wurden. Am Playa del Carmen werden diese durch die Hotels früh morgens entfernt, so dass wir hier keine Einschränkungen hatten - das sollte aber nicht überall so sein.


Isla Cozumel


Die Insel Cozumel liegt 12 Seemeilen von der Playa del Carmen an Mexikos Karibikküste entfernt. Regelmäßige Fährverbindungen transportieren Touristen vom Festland zur Insel und zurück. Ausflüge können überall in der Strandpromenade gebucht werden - ich empfehle aber über das Hotelpersonal zu buchen oder auf GetYourGuide ein Paket auszuwählen. Wir haben uns tatsächlich auf einen Anbieter in der Strandpromenade eingelassen und dort einen Mietwagen auf der Insel und einen Schnorchelausflug gebucht. Der Mietwagen war dann ein verrosteter Buggy mit Löchern im Boden und defekter Tankanzeige, und schließlich flog noch die Plastikplane auf dem "Dach" davon. Lustig war es aber trotzdem! Der Schnorchelausflug war dann allerdings ein Erlebnis, und der Anbieter hatte sogar passendes Equipment für Kinder dabei.




Chichén Itzá und die Cenote Ik Kil


Chichén Itzá ist eine bedeutende Ruinenstätte der Maya-Kultur und seit 1988 UNESCO Weltkulturerbe. Der Name bedeutet „Am Rande des Brunnens der Itzá“, mit dem „Brunnen“ ist die wasserführende Cenote gemeint (dazu mehr im nächsten Abschnitt). Auf dem Gelände findet man die zentrale Pyramide, einige Tempel, Plattformen für Opferzeremonien und einen Ballspielplatz. Welche Bedeutung den einzelnen Gebäuden letztlich zukam ist unklar, dennoch kannte unser Guide faszinierende Details und konnte so selbst die Kids für die antike Kultur begeistern: Der Ballspielplatz ist ein großes Feld mit steinernen Ringen an der Seiten - Ziel des Spiels war es einen Ball durch die Ringe zu befördern. Interessant ist aber, dass das Gewinnerteam zu Ehren der Götter nach dem Spiel geopfert wurde. Dass der Sieg trotzdem das größte Ziel der Maya war ist für meinen Sohn immer noch ein Rätsel.

Die Bauweise der Pyramide ist ein weiteres unvergessliches Highlight - ist sie doch so erbaut, dass beim Klatschen in die Hände die Kammer oben an der Pyramide den Schall so widergibt, dass man mein den Quetzal-Vogel zwitschern zu hören. Chichén Itzá war ein toller Einstieg in die Welt der Maya, obwohl die Pyramide gesperrt ist und die vielen Souvenir-Verkäufer die Atmosphäre beeinträchtigen. Es sollte aber im l.auf der Reise noch beeindruckender werden!


Nach all den Eindrückenden in erdrückender Hitze war es jetzt Zeit für eine Abkühlung in der Cenote.



Chichén Itzá und das Bad in der Cenote


Die Bezeichnung Cenote geht auf einen Ausdruck in der Sprache der Maya zurück und bedeutet „Heiliger Quell“ bedeutet. Cenoten sind unterirdische Wasserläufe, die teilweise durch Auflösung des Kalkgesteins Höhlen gebildet haben. Bricht die Decke einer solchen Höhle ein, so entsteht eine Öffnung. Die Maya betrachteten diese Bildungen als Eingänge zur Unterwelt. Die Cenoten auf der Halbinsel Yukatan sind Teils des größten zusammenhängenden Unterwasserhöhlensystems der Erde (1085m), man sogar von einer Höhle zur nächsten tauchen (sofern man nicht an Klaustrophobie leidet...). Für die Maya waren die Cenoten überlebenswichtig, denn sie nutzten sie als Brunnen.


Es ist tatsächlich ein ganz besonderen Erlebnis in der Höhle zu schwimmen. Allein der Abstieg sorgt für Nervenkitzel, das Wasser ist kühl und erfrischend und nach den ganzen Maya-Geschichten fragt man sich schon wo man da genau einsteigt. Nach ein paar Minuten überwiegt dann auch schon der Spaß, wenn einer nach dem anderen den Sprung von der Plattform aus ungefähr drei Metern Höhe wagt!


Maya-Ruinen und Strandhütte in Tulum


Die Maya Ruinen in Tulum und die Strand-Bungalows Zazil Kin


Nach der ersten Woche am Playa del Carmen nahmen wir schließlich den Bus Richtung Tulum. Das Busunternehmen ADO war unsere Wahl und so waren wir gerade mal eine Stunde später und 20 Euro ärmer am Busbahnhof in Tulum. Mit dem Taxi ging es dann direkt zu unserer Strandhütte - die Cabanas Zazil Kin waren auch eine ganz eigene Erfahrung. Zunächst einmal ist die Lage natürlich grandios, Bungalows direkt am Strand und nur 500 Meter von den Ruinen entfernt. Das ganze ist allerdings sehr einfach gehalten, ohne wirkliche Möbel, das Moskitonetz hatte so viele Löcher dass man es auch abnehmen hätte können und der kleine Ventilator konnte die stickige Luft nicht wirklich durch das einzige Mini-Fenster nach außen pusten. Aber: das Restaurant im Sand war ein Spaß und die Bar, und auch der Bar-Keeper, ein absolutes Highlight.

Schade waren die Massen an Seegras, die am Strand angespült und leider nicht entfernt wurden. Abgesehen vom üblen Geruch war das Meer so gar nicht zugänglich. Das war aber wohl eine absolute Ausnahme im Sommer 2018 deshalb möchte ich das jetzt nicht allzu negativ bewerten.


Nach einer Nacht in Tulum ging es direkt weiter, wir waren jetzt nicht allzu traurig. Allerdings hatten wir mit umgerechnet 52 EUR für 4 Mann im Bungalow inklusive Frühstück ein echtes Schnäppchen gelandet.


Mit dem ADO Bus ging es über die Grenze nach Belize. Hier wurde es dann richtig spannend, denn trotz Flugticket und Kurzaufenthalt in Belize (der Rückflug war wieder ab Cancun) mussten wir an der Grenze eine Ausreisesteuer bezahlen. Quittung gab es keine und nur Bares ist wahres für die Grenzbeamten dort. Wir haben insgesamt ca. 120 USD dort gelassen und als das ganze bei der Einreise in Belize von vorne anfing platzte mir doch der Kragen. Half aber nix, entweder man bezahlt die Gebühr des Tages oder man dreht um. Wir hatten schließlich unseren Einreisestempel für Belize (diesmal nur 40 US Dollar) und stiegen wieder in den Bus Richtung Belize City. Zuvor mussten noch mexikanische Pesos in Belize Dollars getauscht werden - dazu hier ein Tipp: Banken in Belize haben kurze Öffnungszeiten und lange Warteschlagen, zudem sind die Geldautomaten nicht immer befüllt. Wir folgten also der Empfehlung direkt an der Grenze Geld zu wechseln. Dazu nennt man einem der jungen Männer, die dort schon auf Touristen warten, den Betrag den man möchte, woraufhin dieser den Betrag in Pesos auf einem Taschenrechner anzeigt. Dann erhält man eine Rolle Geldscheine, zählt nach und reicht ein Bündel Pesos zurück. Etwas ungewohnt, aber der Kurs war erstaunlich gut! Das Ganze ist zwar illegal, wird aber von den Grenzbeamten toleriert.


Ohne Bargeld kommt man schnell in die Bredouille - am Busbahnhof in Cancún - ab über die Grenze nach Belize


Am Nachmittag trafen wir schließlich in Belize City ein und hatten ein Familienzimmer im mondänen Radisson Fort George Hotel & Marina (80 EUR pro Nacht inkl reichhaltigem Frühstücksbuffet).und sprangen nach der Fahrt erstmal in den Pool. Das Hotel ist nichts besonderes, aber es wird bewacht und Zutritt zum Gelände haben nur Hotelgäste - in manchen Städten macht das auch für freiheitsliebende Menschen wie mich Sinn. Zum Beitrag über unseren Abstecher nach Belize und der kleinen Insel Tobacco Caye geht's über den Link am Ende dieses Beitrags.


Der letzte Stopp vor dem Rückflug aus Cancún entpuppte sich als eines der großen Highlights dieses Roadtrips. Nachdem wir doch häufig von Seegras verfolgt wurden fanden wir in Isla Mujeres das tropische Paradies!


Isla Mujeres


Regelmäßige Fährverbindungen bringen die Inselgäste aus Cancún rüber auf die kleine Insel nordöstlich der Halbinsel Yucatán. Dank der Expressverbindungen dauert die Überfahrt nicht mal 30 Minuten. Unser Aufenthalt im Strandhotel Na Balam war ideal - da direkt am ruhigen Strandabschnitt der Playa Norte gelegen. Was kann einem noch den Tag vermiesen wenn man ihn mit tropischen Früchten, mexikanischem Kaffee und Blick auf das türkisblaue Wasser beginnt (und nein - hier war kein Photoshop am Start) ? Wir hatten ein geräumiges Familienzimmer mit urigem Strohdach im 1. Stock direkt oberhalb des Pools, den man allerdings nicht wirklich braucht, und ab und zu besuchte uns einer der Leguane auf unserer Veranda - insgesamt ein sehr gechillter Aufenthalt. Ein hoteleigenes Yoga-Studio rundet das Wohlfühlerlebnis ab. Nach nur wenigen Minuten Fußweg findet man etwas Abwechslung mitten im Trubel der belebten Inselstraßen zwischen Bars, Cafés und Souvenirläden.


Isla Mujeres - Endrücke vom Playa Norte und einer Schildkröten-Aufzuchtstation


Die Isla Mujeres ist ein Traumziel, ich denke darüber lässt sich kaum streiten wenn man Sonne, Strand und türkisblaues Meer sucht. Mexiko war mir insgesamt aber etwas zu touristisch und kommerziell, und manchmal fühlten wir uns abseits der gängigen Pfade auch direkt unwohl. Die Schnorchelausflüge hatten oft etwas von Touri-Abfertigung, und die Kulturstätten waren stark überlaufen. Wer authentische Maya-Kultur erleben möchte, dem empfehle ich dann doch eine Reise nach Tikal in Guatemala (Link ist unten). Dennoch ist die Direkt-Verbindung dorthin unschlagbar günstig und es hat ja auch Vorteile, wenn die Infrastruktur so ausgebaut ist wie hier, vor allem wenn man mit kleineren Kindern unterwegs ist.

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