1001 Nacht in der Wüste von Dubai

Aktualisiert: 13. Feb.


In den roten Dünen der Lehbab Wüste


Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen für zahlreiche Superlative und gelten als Shopping-Mekka - größer, extremer, teurer. Ich muss gestehen, die Destination stand nicht auf meiner Top 10 Liste. Ein Kurztrip zur Messe jedoch und ich war fasziniert von der Vielfalt - oder vielmehr den Gegensätzen - und vor allem von der arabischen Kultur. Eben diese ist in der westlichen Welt mittlerweile mit vielen Vorurteilen behaftet. Ich nutzte also meinen Trip und ging alleine auf Erkundungstour durch Dubai.


In der Dubai Metro gibt es neben den Waggons für Frauen auch die Erste Klasse. Die Bereiche sind am Boden der Metro-Stationen markiert und die Wagen halten genau dort - nur war ich so damit beschäftigt meine Umgebung aufzusaugen, dass mir die Illustrationen am Boden gar nicht auffielen. Als ich in die Metro einstieg wunderte ich mich zunächst, warum es denn plötzlich nur noch Ledersitze gab. Und dann fiel mir auf, dass eigentlich nur echte Emiratis in ihren traditionellen weißen Hemden (der "Kandura") in diesem Wagen waren. Komisch. Sofort stand ein älterer Herr auf und bot mir seinen Platz an. Verwirrt setzte ich mich - sollte es nicht anders herum sein? Es dauerte nicht lange, da stand ein Fahrkartenkontrolleur vor mir, der mir recht eindeutig zu verstehen gab, dass ich mit meiner Touristenkarte in der falschen Klasse gelandet war. Während der Fahrt ist es nicht möglich die Waggons zu wechseln, also musste ich wohl eine Strafe bezahlen. Ich wühlte schon in meiner Tasche als ich bemerkte, dass ein anderer Emirati dem Kontrolleur einen knappen Satz zuwarf, woraufhin die Sache anscheinend erledigt war. Ich bedankte mich und wechselte an der nächsten Station in die zweite Klasse. Das war nicht das einzige Mal während meiner ersten Dubai-Erkundungstour, dass mir die zurückhaltende und würdevolle Art der Emiratis positiv auffiel.


Nach diesem Kurzaufenthalt war der Beschluss gefasst - die Familie musste dieses Land kennen lernen.


Suboptimal erschien zunächst das Timing - da wir meist länger unterwegs sind kommen mit Kindern nur die Sommerferien in Frage. Also ging es nach längerem Hin und Her im Juli nach Dubai - trotz eindringlicher Warnung meiner ortsansässigen Kollegen. Zugegeben, wir standen alle erstarrt da als sich die Flughafen-Tür nach draußen öffnete und wir vor einer Wand glühender Luft erstmal den Atem anhielten. Aber - es war weniger voll, die Hotelpreise deutlich unter Durchschnitt und wir sind sowieso meist in der Nähe einer Wasserquelle. Also auf ging es ins Reich der Sheiks.



Meine Top Ten in Dubai (mit Kids)


  1. Dune-Bashing & Sandsurfen

  2. Beduinen-Camp unter Sternenhimmel

  3. Madinat Jumeirah mit Gondel-Fahrt

  4. Arabisches Dinner

  5. Mit der Abra das ursprüngliche Dubai entdecken

  6. Spice und Gold Souk

  7. Atlantis Aquaventure & Lost Chambers

  8. Dubai Mall

  9. Dubai Aquarium

  10. Shisha am Strand



Dune-Bashing und Beduinen Camp


Wir wussten nicht so ganz genau worauf wir und einließen als wir am Sammelpunkt am Rande der Wüste Lehbab unsere Beduinen-Tücher angelegt bekamen. Glühende Hitze, die Sonne stand noch hoch am Himmel. Keiner wusste so ganz genau wann und wie es weitergehen sollte. Nach einer guten halben Stunde holte uns Fahrer Rashid dann endlich ins klimatisierte Auto und los ging es auf eine rasante Fahrt der wirklich ganz besonderen Art! Mit Vollgas hoch auf die haushohe Düne, am Rande entlang gedriftet und vornüber wieder runter. Nichts für schwache Nerven oder Bandscheibenleiden, aber für uns ein absolutes Highlight.


Gerade als allen doch so leicht mulmig war hieß es dann rauf auf's Sandboard und runter die Düne. Mega lustig, aber auch mega anstrengend wieder hoch zu kommen (zu Fuß....). Die Sonne lag zu diesem Zeitpunkt schon tief am Horizont, so dass die Wüste anfing rot zu leuchten. Wir sind losgelaufen und haben die Autos kurz mal hinter uns gelassen, sind eingetaucht in das Meer aus rot leuchtendem Sand. Der Anblick der Unendlichkeit vor uns hat bleibende Erinnerungen geschaffen - und darum geht es letztendlich.


Den Abend haben wir im Beduinen-Camp Al Khayma verbracht. Natürlich waren die Aktivitäten dort (Shisha, Henna Tatoos, Bauchtanz, Kamelreiten) eher eine Touristen-Attraktion als kulturelles Eintauchen aber die Erfahrung war nichts desto trotz einzigartig. Auf Leder-Sitzkissen konnten wir das Grillbuffet, arabischen Kaffee und süße Dattel-Variationen, aber vor allem die hochwertige Show genießen. Grandioser Abschluss war der Sternenhimmel über der Wüste nachdem die letzten Lichtquellen kurz gelöscht wurden und das Camp in ehrfürchtige Stille getaucht den Himmel betrachtete. Tausend und eine Nacht.


Wir haben den Trip über Get Your Guide gebucht - den Link findest du hier..


Madinat Jumeirah mit Gondel-Fahrt



Eintauchen in Alladins Reich - der Souq Madinat Jumeirah ist im Stil einer traditionellen arabischen Siedlung erbaut zwischen Wasserwegen und zahlreichen kleinen Läden - darunter allerdings auch viele amerikanische Ketten. Für 60 Dirham ergattert man eine Gondel und schippert gemächlich durch die Kanäle in Richtung Burj Al Arab. Gerade mit Kids ein großer Spaß ohne ständig darauf achten zu müssen, dass im Gedränge der "echten" Souqs keiner verloren geht.


Als krönenden Abschluss kann ich ein (allerdings nicht ganz günstiges) Arabisches Dinner im Times of Arabia empfehlen. Wir haben dort mit Bekannten (Locals) gegessen und quer durch die Speisekarte alles in kleinen Häppchen probiert. Auf jeden Fall ein Muss: Tabbouleh, Hummus Shawarma und die Mixed Hot Mezza. Auch Vegetarier werden hier auf jeden Fall satt (wie überall in Dubai....). Als Dessert eine Shisha nach Geschmack (Mixed Flavor wie z.B. Lemon-Mint für 125 AED) und dem Heimritt auf dem fliegenden Teppich steht nichts mehr im Wege! Das Restaurant findet man direkt oberhalb des Abfahrtsstegs der Gondeln und reservieren könnt ihr hier.


Auf den Spuren des alten Dubai



Bur Dubai und Deira heißen die Stadtteile an den Ufern des Dubai Creek, einem natürlichen Meeresarm. Hier findet man abseits der Shopping Malls die Wurzeln des Emirats, der von der Familie Maktoum um 1830 gegründet und durch Schaf- und Ziegenzucht, Dattelanbau, Fischen, Perlentauchen und schließlich dem Handel groß wurde. Ich empfehle die rote Metro Linie Richtung Creek zu nehmen bis zur Haltestelle Burjuman. Dann rüber laufen Richtung Altstadt Al Fahidi und den Old Souq erkunden. Eine Überfahrt mit dem Wassertaxi an der Bur Dubai Abra Station hinüber zum Gewürz- und Goldsouk auf der anderen Seite in Deira und die vielen Gerüche der Gewürze aufsaugen, sich am Gold sattsehen und mit den Händlern plauschen.



Atlantis Aquaventure & Lost Chambers


Nach viel Kultur braucht es meist einen Kinder-Spaß-Tag. Das Atlantis ist ein 5-Sterne Hotel auf der weltberühmten Palmeninsel. Am einfachsten nimmt man sich ein Uber-Taxi ganz easy über die App.

Das Atlantis beherbergt den weltgrößten Wasserpark und ein Indoor-Aquarium - ideal um der Hitze zwischendurch zu entkommen. Ein Tages-Ticket für beide Bereiche ist völlig ausreichend (Kinder 149 AED, Erwachsene 169 AED). Hier ist für jedes Alter etwas dabei, vom Wasserspielplatz über Reifenrutschen für die ganze Family bis hin zum Freefall als Mumie. Das Schwimmen mit Delfinen haben wir aus Tierschutzgründen ignoriert, gibt es hier aber gegen Aufpreis auch. Eine tolle Erfahrung war aber das Lost Chambers Aquarium. Hier wurde Atlantis nochmal versenkt und so angelegt, dass man bequem in ca 30 Minuten durchlaufen kann. Wer möchte kann hier auch die erste Taucherfahrung sammeln (ab 10 Jahren, ohne Tauchschein)!



Dubai Mall & Aquarium


Shopping steht normalerweise nicht im Vordergrund wenn wir auf Reisen sind - denn wer will die Einkäufe dann mit rumschleppen (zur Erinnerung - unterwegs sein ist bei uns da Ziel)? Die Dubai Mall ist allerdings ein Erlebnis, das man auf dem europäischen Kontinent so nicht findet und deshalb meiner Meinung nach einen Tagesausflug wert. Außerdem befindet sich hier auch das Dubai Aquarium, das größte (wieder ein Superlativ...) seiner Art weltweit. Über drei Etagen verteilt sich der riesige Wassertank mit insgesamt 10 Millionen Litern Fassungsvermögen, das 33.000 Meerestiere beherbergt. Der Besuch beginnt im Erdgeschoss mit einem Spaziergang durch den 48 Meter langen Glastunnel Der Anblick ist einmalig - und man ist nur durch eine Glaswand von den Tigerhaien, Schwertfischen und Manta Rochen getrennt.


Die Mall mit ihren mehr als 1.200 Geschäften, einer Eislaufbahn, einer interaktiven Kinderstadt und einem Virtual Reality Bereich für Gamer liegt in direkter Nachbarschaft zum Burj Khalifa und Dubai Fountain, somit kann man diesem Wahrzeichen gleich auch noch einen Besuch mit abstatten.






Shisha am Strand


Zur vollen Dubai-Experience gehört für mich eine entspannte Shisha - idealerweise am Strand so dass die Kids im Sand beschäftigt sind. Den Geschmacksrichtungen sind kaum Grenzen gesetzt, hier kann man sich durch die Speisekarte durchprobieren. Meine Top-Adresse ist das Shimmers am Jumeirah Strand. Die Beach Bar gehört zum Hotel Mina A'Salam, ist aber auch für Nicht-Hotelgäste geöffnet und trotz der 5-Sterne sehr entspannt, leger und absolut kinderfreundlich. Es gibt einen Mindestverzehr (ca 95 AED pro Person), aber der Sonnenuntergang neben dem Burj Al Arab ist es absolut wert - es geht doch nichts über einen relaxten Abend im Sitzkassen, die Füße im Sand, die Shisha in der Hand und der Sonnenuntergang über dem Meer.





Tipps zum Abschluss


Emirates ist meine persönliche Lieblings-Airline. Direktflüge nach Dubai gibt es ab ca 600 Euro, ich nutze zum Preisvergleich gerne Momondo, da Flugpreise für unterschiedliche Tage übersichtlich angezeigt werden. Wir waren im Juli dort - Vorteil ist dass es dann ziemlich leer ist da sich kaum einer die Hitze antut. Nachteil ist allerdings eben diese. Empfehlen würde ich aber die Oster- oder Herbstferien. Gewohnt haben wir im Habtoor Grand Resort. Hin und wieder kann man tolle Angebote für Familienzimmer ergattern. Die Poolanlage mit Rutschen und Pool-Bar im Wasser ist perfekt für die Abkühlung zwischendurch (das Meer war doch echt warm). Die Lage direkt am Jumeirah Beach ist dazu ideal für's Urlaub-Strandfeeling. Als großer Fan von Lonely Planet Reiseführern (am liebsten die englische Original-Version) empfehle ich die Ausgabe für Dubai.


Der Aufenthalt in Dubai war ein Stopp-Over auf dem Weg nach Thailand - zum Thailand Roadtrip geht's über den Link unten.

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